
Wetterfest bauen
Haus sicher planen
Wetterfest und zukunftssicher bauen: Auf diese 5 Punkte kommt es an
An den vier Jahreszeiten hat sich nichts geändert, immer öfter brauen sich aber Extremwetterlagen über Deutschland zusammen. Gut, wenn Sie beim Hausbau an ausreichenden Schutz vor Sturm, Starkregen, Hagel und Hochwasser denken. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Eigenheim schon in der Bauphase auf Extremwetter vorbereiten.
Wetterschutz für Hausbesitzer: Das Thema der Zukunft
Extremwetterereignisse nehmen jährlich zu. Zu dieser Schlussfolgerung kommt das Faktenpapier „Was wir über das Extremwetter in Deutschland wissen“ des Deutschen Wetterdienstes. Die Studie zeigt:
- Von 2022 bis 2024 wurden drei Jahre in Folge Hitzerekorde gebrochen
- Bisher weniger betroffene Regionen erleben häufiger regionale Wetterextreme
- Deutschlandweit nehmen Hitzewellen zu
- Zunehmender Starkregen, anhaltende Niederschläge und Extremwetterereignisse hängen mit fortschreitender globaler Erwärmung zusammen
Die Auswirkungen von Extremwetter lassen sich auch durch gemeldete Versicherungsschäden im Jahr 2023 klar belegen. Demnach sorgten diese für ganze 5,7 Milliarden Schäden, insbesondere im Süden Deutschlands. 4,7 Milliarden mehr als in 2022. Die Hälfte der Schäden ließen sich auf Starkregen und Überschwemmungen zurückführen, doch auch Hagel und Sturm werden verheerender.
Schon beim Hausbau kommt es daher darauf an, Ihr Haus nicht nur nachhaltig, sondern auch wetterfest zu bauen.
Gegen jedes Wetter wappnen: 5 Tipps für ein klimaresilientes Haus
Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. betont, dass viele Gebäude für ein Klima gebaut wurden, das es so nicht mehr gibt. Die Devise beim Hausbau lautet daher: Resilienz steigern, Vulnerabilität minimieren. Mit diesen Tipps optimieren Sie die Klima-Resilienz Ihres Hauses.
Tipp 1: Für Versickerung und Wasserabfluss sorgen
Wasser muss zuverlässig abfließen können. Nur so lässt sich verhindern, dass es ins Haus gelangt und Feuchtigkeit oder Schimmel entstehen. So fördern Sie versickerungsfähige Flächen:
- So wenig Fläche wie möglich mit Asphalt oder Beton versiegeln
- Pflastersteine oder Ökopflaster mit dauerhaft breiten Fugen oder wasserdurchlässiger natürlicher Gesteinskörnung nutzen
- Rasengittersteine für hohe Belastbarkeit und Wasserdurchlässigkeit verwenden
- Dichte Bodenschichten auflockern (Entsiegelung)
- Versickerungsanlage nutzen, die Niederschlag gezielt in Kanalisation oder Grundwasser leitet (abhängig vom regionalen Wassergesetz)
- Zusätzliche Wasserspeicher wie Regentonnen oder unterirdische Zisternen
- Rückstauklappen, die verhindern, dass Wasser zurück ins Haus gedrückt wird
Ein Grundstück mit versickerungsfähigen Flächen zahlt sich übrigens auch aus: Teil- oder unversiegelte Grundfläche und wasserdurchlässige Bodenbeläge können Ihre Niederschlagsgebühr deutlich reduzieren.
Tipp 2: Lückenlosen Versicherungsschutz wählen
Die Verbraucherzentrale rät dringend, Wohnhäuser gegen Klimarisiken zu versichern. Zu einem umfassenden Versicherungsschutz zählen auch Versicherungen gegen Wetterrisiken:
- Bauherrenhaftpflicht: Bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden beim Hausbau hilft die Bauherrenhaftpflicht, auch bei wetterbedingten Schäden. Überlassen Sie den Hausbau einem Bauträger, ist sie meist nicht erforderlich.
- Feuerrohbauversicherung/Wohngebäudeversicherung: Wer den Hausbau selbst erledigt, braucht eine Feuerrohbauversicherung, um Brandschäden abzudecken. Oftmals bieten Versicherungen beitragsfreie Tarife, die nach Fertigstellung in eine Wohngebäudeversicherung übergehen. Diese schützt wiederum vor Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer, Wind (ab Stärke 8), Blitzschlag und Leitungswasser. Erfolgt der Bau durch Bauträger, ist die Feuerrohbauversicherung meist in der Bauleistungsversicherung enthalten.
- Hausratversicherung: Nicht nur Gebäude, auch Hausrat darin kann durch Wetterereignisse Schaden nehmen. Daher empfiehlt sich eine Hausratversicherung von HUK24 oder anderen Anbietern. Sie deckt neben Vandalismus, Einbruch und Diebstahl auch häufige Wettergefahren ab.
- Elementarschadenversicherung: Bei erhöhtem Risiko durch Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutsche, Schneedruck und Rückstau darf eine Elementarversicherung ergänzend zur Wohngebäude- und Hausratversicherung nicht fehlen.
Tipp 3: Topographische Risiken berücksichtigen
Die Analyse des Standorts ist ein zentraler Aspekt bei der Hausplanung. Bereits hier lassen sich Wetterrisiken wie folgt minimieren:
- Mulden- oder Hanglage meiden oder durch Erdwälle und Mauern abschirmen und so für eine effektive Entwässerung sorgen
- Haus nach Möglichkeit erhöht bauen
- Bei der Lageplanung Gefährdungszonen prüfen, um eine gefährdete Hauslage zu vermeiden oder entsprechende Maßnahmen zu ergreifen
- Grundwasserspiegel prüfen, um Gebäude bei hohem Grundwasser bautechnisch vor Feuchtigkeit und Hochwasser zu schützen.
Tipp 4: Dach vor Starkregen und Hagel schützen
Dächer bieten viel Angriffsfläche für Stürme, Regen und Hagel. Zur Gefahrenreduzierung sollten Sie:
- Dachziegel mit Sturmklammern befestigen
- Dachfenster mit Sicherheitsglas wählen oder nachrüsten
- Nicht benötigte Schornsteine unter das Dach zurückbauen
- Dachlawinen und Dachlast durch Schneefanggitter und Dachflächenheizung vorbeugen
- Auf normgerechten Blitzschutz, hohe Hagelwiderstandsklasse und regelmäßige Inspektionen setzen
- PV-Versicherung für Photovoltaikanlagen wählen
Tipp 5: Keller, Fenster, Türen und Wände zuverlässig abdichten
Keller sollten Sie frühzeitig durch wasserdichte Stahlbetonkonstruktionen wie die „weiße Wanne“ oder nachträglich mittels „schwarzer Wanne“ abdichten. Zusätzlich gilt es, tiefer gelegene Fenster und Türen gegen Druckwasser abzudichten und an eine Sockelabdichtung für das untere Mauerwerk zu denken. Auch Rückstauklappen, Regenschutzabdeckungen für Lichtschächte, Drainageanlagen sowie Rettungspumpen können die Wasserrisiken im Haus reduzieren.
Weitere Tipps für einen umfassenden Schutz von Häusern gegen Extremwetter bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.



